Theo Lubosch
Die Andromeda Trilogie
101 Z 1.028
ISBN 978 3 9803911 1 5
Lubosch

VORWORT

von Dr. Leon Maria Pirmasenf

Der junge Autor Theo Lubosch versteht es wie kein zweiter, die alltägliche und apokalyptische Erfahrung des Subjekts in einer verwalteten und hypertroph-technisierten Welt in wenigen narrativen Versen zu fokussieren. Sein lyrischer Duktus besticht durch eine selbstironische Gelassenheit, die es weder nötig hat, auf modische Sprachzertrümmerung zu rekurrieren, noch die stumpfe, abgenutzte Gewalt eines Fäkalienlateins zu beschwören
Der räumlich-situative Zusammenhang bleibt in jeder Zeile des balladesken Epos gewahrt, obwohl Ort und Zeit dem Rezipienten unbekannt sein müssen; obwohl die üppig wuchernden Neologismen kaum in der empirischen Realität verankert sind. Phonetik und Semantik reichen sich die Hände, das eine gibt unterstützend dem anderen die Energie, die das Ganze transzendiert und zugleich auf den Bodensatz der Tatsachen zurückholt. Was auf den ersten Blick nach inkommensurablem Kontext anmutet, erklärt sich nach einiger Lektüre wie von selbst, durch die uns alle umgebende Gegenwart.
Bereits die erste Zeile des expositiven Verses, "Asthmatisch atmet flach im Raum das All", führt schnörkellos mitten hinein in die poetische Realität und die Gefühlswelt des lyrischen Subjekts, das sich im Epilog als Chronist des Geschilderten zu erkennen gibt.
Die Sehnsucht des Sprechers gilt explizit nicht einer zukünftigen Utopie, vielmehr ist es gerade dieses antizipierte Später, das, bei aller Fasziniertheit für das potentiell Machbare, den vielversprechenden, energiemächtigen Autor Theo Lubosch erschaudern läßt, freilich ohne, daß er dabei die ihm fremde Klaviatur des Schockvokabulars zu bemühen gezwungen ist. Modische Allüren und exaltierte Anwandlungen sind ihm fremd. Er vertraut auf die Potenz der Sprache, die sowohl mathematische Exaktheit als auch tiefe Emotionalität zwanglos synthetisiert.
Der Spannungsbogen des Gedichts ist ebenso konsequent wie unscheinbar komponiert. Die ungeheuerliche, handwerkliche Präzisionsarbeit, die keine Silbe dem Zufall überläßt, die kein Lexem und kein Morphem willkürlich setzt, zeichnet sich vor allem dadurch aus, daß sie sich nicht eitel und selbstverliebt in den Vordergrund schiebt, sondern den stillen Garanten und das unsichtbare aber feste Fundament des artifiziellen Ausdrucks bildet.
Kunst kommt von Können! Wenn einer der postmodernen jungen Autoren des ausgehenden 20sten Jahrhunderts diesen immergültigen Satz der alten Meister befolgt und verinnerlicht hat, dann ist es Theo Lubosch, unzweifelhaft die neue Sonne am Literaturhimmel der Bundesrepublik Deutschland. Ein Stern, den die, die Augen haben und sehen wollen, registrieren müssen.
"Wie freundlich blinkts im Dunkeln", möchte man im Einklang mit der letzten Zeile des Prologes ausrufen, doch das Funkeln am weiten Firmament wird in der literarischen Realität schon bald seine Sympathie verlieren und in "Kolonien von Furunkeln" münden, die dem einsamen Lubowitz tief drin in der Andromeda zum Verhängnis werden. Lubowitz, dessen Maschinentriebwerk Feuer fängt, wie es lapidar doch präzise heißt, ist müde, fast gelähmt und zu einer lebenstüchtigen und geistesgegenwärtigen Abwehr der Gefahr nicht in der Lage.
Der leise Tod des Lubowitz geschieht fernab von Zivilisation. Keiner ist da, der ihm helfen könnte, keiner, der sein "Resthirnkaromel" bestatten könnte, keiner, der gewillt ist, von Lubowitzens Hinscheiden im asthmatisch atmenden All Notiz zu nehmen. Außer: das lyrische Ich, das "tausend Kiloparallaxen" vom Unfallort entfernt im stillen Glücke seines Stübeleins sitzt und vor lauter Plastik den unspektakulären Abschied Lubos beinahe aus den Augen verliert.
Nicht nur die offensichtliche Namensähnlichkeit des Schriftstellers Lubosch mit seinem Protagonisten Lubowitz, deren beider Namenskürzel identisch sind, erfüllt die Sterbesequenz mit besonderer Tragik. Ist es vielleicht die Art und Weise des eigenen Todes, die der Autor hier dezent hypostasiert? Die unsentimentale Verzweiflung eines Einsamen, die sich - von sich selbst entfremdet - artikuliert? Fragen, die allein schon aus dem Grund offen bleiben müssen, da sie für das Verständnis des Textes unwesentlich sind und allzu leicht in voyeuristische Biografieforschung bzw. -schnüffelei abdriften.
Der Odysseus der Zukunft jedenfalls stirbt nicht als Held; er wird eins mit dem kränkelnden Universum, ohne jemals die Chance zu titanenhaftem Verhalten bekommen zu haben. Der Abgang Lubos erinnert an Kubricks 2001, an das schier endlose Trudeln des Winzlings Mensch in einem ebenso entzauberten wie bedrohlich galaktischen Raum.
Das Besondere, daß den Autor Theo Lubosch in die Gegenwart, ins Friesenland zurückholt, ist vielmehr eine Episode der Kindheit, die gleichsam als eine Chiffre für transzendentale Geborgenheit gelesen werden kann. Das Madeleine-Erlebnis Diebstahl, das die hellsichtigen Träumereien erst in Gang setzte, ist der Schlüssel für das Verständnis des gesamten Textes. Schließlich war es der Vater, der durch den außergewöhnlichen und elternunspezifischen Akt des Stehlens, einer Spielzeugfigur, einem "Legomann mit Plastikhelmchen", eine Bedeutung zuwies, die immerhin Jahrzehnte später ein Gedicht epochaler Geltung ins Leben ruft: Die Andromeda Trilogie.
Bei allem heiteren Pessimismus, den das Poem auszeichnet, hier, im Epilog, tritt die subversive Fröhlichkeit unverstellt und uneingeschränkt zutage, indem sie ein Leben bejaht, das jenseits gängiger und gängelnder Verhaltensnormierung für sich selbst Energie bildet. Erst der reflexive Umgang mit den Geboten und den Gesetzen der je spezifischen Gesellschaft, die das darin unbehaust lebende Subjekt zu konditionieren versucht, schafft die Möglichkeit, eine Erinnerung zu konstituieren, die, über das mnemotisch erinnerte Faktum hinaus, kreative Potentiale freisetzt, eben: Energie bildet.
Das ist die politische Botschaft des Werkes, das allein schon deshalb nicht vergessen werden darf und wird.

 

BUKOLIKER IM WELTENRAUM

Nadine Hundertmarck über den Herren Autor des vorliegenden Bücheleins

Lubosch hat ne Menge Lyrik im Handgelenk, und ich freue mich, daß er jetzt endlich mal ein kleines Buch rausbringt. Das soll erstmal gesagt sein. Da mir die Ehre zuteil wird, dieses Vorwort beizusteuern, will ich es gleich nutzen und ein paar Indiskretionen loswerden über den Herren Autor, die jede Leserin sicher gerne mal gehört haben möchte, bevor sie sich vom traumgelben Rührduktus der Poetastika verzaubern läßt. Die Perfektion seines literarischen Schaffens soll nicht darüber hinwegtäuschen, was für ein Mensch Lubosch wirklich ist.
Er ist ein Mensch von jener Sorte, die einem ständig Heiratsanträge macht und auch mit weniger gesitteten Avancen nicht im Mantel hält. Erst vorige Woche entblößte er sich in durchaus unangemessener Manier, als es sich ergab, daß wir einen Moment allein im Zimmer waren, und gestern gar lauerte er mir auf, als ich zum Bade mich begab, versteckt in der Duschkabine, um an meinem Erröten sich zu ergötzen. Niemand kann dergleichen Benehmen gutheißen, und ich bin nicht der Meinung, daß solches sich für einen Repräsentanten der Intelligenz gehöre, der die Produkte seines Geistes in Büchern feilzubieten gewillt ist.
Ja wie? werden Sie nun fragen, so ein Bursche ist das, der sich nicht zu benehmen weiß, auf den der zivilisierte Teil der Menschheit gerne verzichten kann, und will uns für soundsoviel Mark achtzig dann auch noch ein Minilyrikbuch mit allem Quatsch verkaufen! Und Du, Nadine, gibst Dich auch noch dafür her, ein Vorwort zu schreiben? Ja, warum nicht? Wenn ich damit das Meinige beitragen kann, die Menschen in diesem Lande über den wahren Charakter Luboschs aufzuklären und gleichzeitig einer der hervorragendsten Dichtungen der letzten Jahre zu bescheidener Bekanntheit verhelfe? Die Sache ist ja die: der Autor und das Werk, ich weiß, man muß es immer wieder sagen, der Autor mag ein Tier sein, ein Antichrist, und dennoch das Werk, es kann Großes darstellen.
In diesem Buch wird dem geneigten Leser ein wahres Lobito komischer Kosmik serviert. Die entgrenzte Welt, die noch ihre banalsten Bahnlasten bis tief in die Andromedaën schleppt, um dort der Vergangenheit ihr Huambo zu lassen, changiert von vordergründigem luboschgrau in flatterndes plastikorange und erfreut. Die Leere birgt die Zuversicht des Raumes. Mich erfreut sie, diese Lyrik. Man kann sie mit einem OH-Projektor an die Duschkabinenwand szintillieren, sich ins heiße Wasser setzen, die Haut aufweichen und zerrunzeln lassen und warten, bis es kühler wird und schließlich kalt. Asthmatisch atmet flach im Raum das All ...

 

DIE ANDROMEDA TRILOGIE

Null

Asthmatisch atmet flach im Raum das All,
nur ach so fahl hier Sterne funkeln.
O ein metallisches Maschinchen fliegt mit Überschall
so froh dahin es freundlich blinkt im Dunkeln.

Eins

Wenn tief in den Andromedaën,
wo bestenfalls von bösen Möbelspediteuren
mit Plastikstühlen vollgehauene Altstahlschiffe
noch träge durch die Gegend röhren,

wenn denen mal ein Triebwerk zündelt,
ein Triebwerk, das noch kalt gewuchtet und gehantelt
mit Glänzt-toll-aber-taugt-nix-Stahl nur ist ummantelt,
wenn das mal wegbrennt, Kraft sich bündelt,

wenn Mäntel schmelzen, Blasen werfen,
der Energieën Tensicflöckchen um sich schneien
und ganze Möbelflotten murksen, wie Kinderlein
Milchschokoladeleckereien.

Dann scheint, so ungefähr
wie Mäntel Kolonien von Furunkeln,
der Raum uns wie ne Tupolev im Dunkeln,
bis auf die Sitze leer.

Zwei

Tief drin in der Andromeda,
fernab von Zivilisation,
fängt Lubowitzens Triebwerk Feuer.
Alarmsirene, neunzig Phon.

Lubo beißt in die Matratzen.
Backe, sieht er durch Konsölchen
eh nu schon ultranervöse
Lektriklaserblitze bratzen.

Hallo so müde, viel zu spät,
der Griff nach Helm und Löschgerät,
weil Energieëntensität
jetzt Lubo und sein Schiff zerbrät.

Achnee, da trudelt er,
sein gelb-orange-metallic-farbener Astrohelm,
doch innendrin, wo Kleckse Resthirnkaromel
noch baumeln, quasi leer.

Drei

Fast tausend Kiloparallaxen,
ach so weit, vom stillen Glücke meines Stübeleins,
liegt das im Volke auch Andromeda genannte
kleine Nebelwölkchen M-drei-eins.

Fast kann man hier vor lauter Plastik
das bunt metall-lackierte Helmchen nicht mehr sehen,
ein Helmchen, das wohl aus Metall scheint zu bestehen
und nicht aus Plastiksikomastik.

O Möhrchen! Fast haben Strahlen hier
das Helmcheninnenfutterwaschempfehlungsschema
schon verblassen lassen. Ich lese H²O und
Chekovsikomast Andromeda.

Da sehn ich mich so sehr
ins Friesenland zurück, wo Papi mir mal
einen Legomann mit Plastikhelmchen stahl,
bei C&A in Leer.

 

KRITISCHER APPARAT

also quasi wertvolle Hinweissammlung zur Arbeitsweise Luboschs bezüglich der Andromeda Trilogie d.i. das Gesamtwerk bis dato
besorgt von Hendrik Fokken
alle Angaben in Millimeter

Als mich der Verlagsprokurist Herr Knetemelk seinerzeit im Fachkreise als den wohl wahrscheinlichen Bearbeiter der Andromeda Trilogie vorstellte, wurden mir spontan einige Meinungsäußerungen bezüglich eben jenes Dichtwerkes zugetragen. Ach Gott ja, die Andromeda Trilogie, nu ja, viel ist da wohl nicht rauszuholen. Aber der Prolog, Hendrik, der Prolog, das hat ein ganz anderes Kaliber. Mich auf diese Informationen stützend, bin ich nun versucht, den Prolog recht konzentriert und ausführlich abzuhandeln, die Trilogie an sich aber so gut es eben geht zu vernachlässigen.

Der Prolog

Null

DocASTHMA1. chamoisfarbener, lichtrot bedruckter Wettslip des Rennvereins Hoppegarten. 181x81. vorderseitig ein großer Einlauf, 4.7 vor 9 vor 4.7 a 2.50. rückseitig finden sich teils Filzstift rot 0.7, teils Bleistift, erste Wortkombinationen. z0. E. z1. (i) schwer atmend liegt das All am Boden. (m1) liegt alt. steigt, schwebt, taucht. (m2) am Boden alt. im Raume. (ixi) schwer atmend taucht im Raum das All. z2. (i) blaß ferne Sterne funkeln. (m) ferne alt. diverse. (ixi) nur träge, blaß die Sterne funkeln. z3. E. z4. E.
DocASTHMA2. mintfarben. 142x71. einfach gelocht. einseitig mit Filzstift 0.1 oder 0.3. z0. E. z1. xxx halten. z2. (i) diverse ferne Sterne funkeln. (ixi) ganz schwach nur ferne Sterne funkeln. z3. (i) als ein Transportschiff Ellipse 19 Überschall. (m) Transportschiff ANDRO1 z2f. z4. E.
DocASTHMA3. khakifarbener Briefumschlag. 189x115. vorderseitig bedruckt rot: Sparen schafft Rückhalt Kreissparkasse Norden. Poststempel 17 04 91. rückseitig datiert 23 05 91. Maschine mit Bleistiftkorrekturen. z0. (i) kleines Raumschiff. z1. xxx halten. z2. (i) diverse ferne Sterne funkeln. (ixi) nur ferne, blass, diverse Sterne funkeln. z3. (i) metallenes Maschinchen fliegt mit Überschall. z4. (i) ganz leis dahin entschwind im Dunkeln.
DocASTHMA4. weiß. 90g. 294x208. einseitig Maschine. Korrekturen Filzstift rot 0.1 sowie Bleistift. z0. (i) ein kleines Raumschiff. z1. (i) asthmatisch atmet flach im Raum das All. z2. (i) nur ferne, fahl, die Sterne funkeln. (m) die alt. diverse. (ii) ganz fahl nur ferne Sterne funkeln. (ixi) nur photometrisch fahl hier Sterne funkeln. z3. (i) o ein metallenes Maschinchen fliegt mit Überschall. (m) fliegt alt. blinkt. z4. (i) ganz leis dahin, blinkt freundlich durch das Dunkel. (m) durch das alt. mir im, uns im, es im. (ii) der Heimat zu, leuchtet freundlich mir im Dunkeln. (ixi) an uns vorbei blinkt freundlich uns im Dunkeln.
DocASTHMA5. weiß. 110g. 294x208. einseitig. zwei Maschinen. Korrekturen Filzstift rot 0.1. z0. (i) kleines Raumschiff. z1. (i) xxx halten. (m) asthmatisch alt. behutsam, ganz langsam, vorsichtig. (ii) ganz flach, asthmatisch fast, atmet das All. (m) flach alt. kalt. (ixi) asthmatisch atmet flach im Raum das All. z2. (i) nur ferne, fahl, diverse Sterne funkeln. z3. (i) metallenes Maschinchen fliegt mit Überschall ganz leis dahin. (m1) fliegt mit alt. schwebt trotz. (m2) ganz alt. so. z4. (i) entschwindet bald im Dunkeln. (ii) verschwindet schon im Dunkeln. (iii) blinkt freundlich hell im Dunkeln. (m) freundlich hell alt. warm, winzig klein. (ixi) blinkt freundlich durch das Dunkel.
DocASTHMA6. weiß. 90g. 294x208. Maschine. große Teile Filzstift schwarz 0.3 gecancelled. z0. E. z1. xxx halten. z2. (i) nur ach so fahl hier Sterne funkeln. z3. (i) o ein metallenes Maschinchen fliegt mit Überschall. z4. (i) so froh dahin es freundlich blinkt im Dunkeln.
DocASTHMA7. weiß. 90g. 294x208. Maschine. Anmerkungen in Bleistift und Kugelschreiber. Die Bleistiftaufzeichnungen sind offensichtlich nicht von Luboschs Hand. Sie sind unentzifferbar, betreffen jedoch wohl ausschließlich z4. Luboschs Notiz dazu, Kugelschreiber: Dob Zensur, läßt darauf schließen, daß der Verfasser des Bleistiftkommentars im Dob Umkreis zu suchen ist. In Frage kommen hier insbesondere die Redakteure Bartholmy, Mofette und Voormann, sowie die übrigen Autoren der ersten Ausgabe: Ananas, Duwe, Dobermann selbst, Hauzeur, Hofbauer, Hundertmarck, Dr. Knörk oder Manville. Der Bleistiftkommentar bleibt unberücksichtigt. Asthmatisch atmet ... erscheint in der Form von DocASTHMA7 im Januar 1992 in DobRallye1. z0. E. z1. xxx halten. z2. xxx halten. z3. (i) o ein metallisches Maschinchen fliegt mit Überschall. z4. xxx halten.
DocASTHMA8. elfenbeinfarben. 90g. 205x146. Maschine, Schriftbild different. dreifacher Stempelaufdruck: Logo Anikkänbrö & Knetemelk. Korrekturen Filzstift schwarz 0.3. z0. E. z1. xxx halten. z2. xxx halten. z3. (i) o ein metallisches Maschinchen fliegt im Ultraschall so froh dahin. (m) Ultraschall ANDRO2 z7. z4. (i) wie freundlich blinkts im Dunkeln. (m) komm doch nich.

Die Trilogie

Eins

Abgesehen von den (ö1i) BÖSEN Möbelspediteuren, in DobRallye2 noch (ö1x) übel, und ziellosem (ö2i) durch die Gegend RÖHREN, Lubowitzens Kollege (ö2x) Koslowski knallt gleich gegen den erstbesten Planeten, lassen uns zunächst lediglich Bezeichnung und Beladung des Raumfahrzeugs aufhorchen. Lubosch notiert hier vorläufig einen (ö3x) dick mit Weltraumtang bewachsenen Schwertranslader. Das Frachtgut besteht aus (ö3y) Stühlen, Sofas und Sesseln. Später schreibt er dieser gewissen Gemütlichkeit ab und gibt stattdessen einer eher spartanischen Inneneinrichtung den Vorzug. Wir dürfen uns also wohl ein von skrupellosen Geschäftemachern gechartertes, völlig veraltetes und obendrein auch noch ungepflegtes Frachtschiff etwa der Kategorie Nimoy Underdrive vorstellen. Die Fracht- und wohl auch die Sitzware der Crew besteht aus minderwertigen plastikgefertigten Klappstühlen, und womöglich sind die Sichtgeräte in den Navigationskapseln bloß schwarz-weiß.
Das Material der Triebwerksummantelung entwickelt sich von (ö4x) Hart-Ferrestro-Plastik über (ö4y) steifes Chrom-Nirosta und (ö4z) Billigchrom-Nirosta, so auch in DobRallye2, zum (ö4i) GLÄNZT-TOLL-ABER-TAUGT-NIX-STAHL. Diese Ummantelung wird zunächst noch manuell von (ö5x) terrestrischen Monteuren und ihren Hiwis vorgenommen. Heute wissen wir, daß sowohl Kaltwuchten wie auch -hanteln längst überholt ist.
Anschließend konzentrieren wir uns ganz auf die Energie. Mal muß sie selbst (ö6x) um sich greifen, mal läßt sie ihren (ö6y) Pesthauch fröhlich wehen, DobRallye2, doch fehlt Lubosch hier ein Schalldruckgipfel (worum es sich hierbei handelt, mag Jesus selber wissen), und so schneien schließlich ihre (ö6i) TENSICFLÖCKCHEN um sich, und zwar in einer Art wie auch kleine Kinder gerne Süßes zu sich nehmen. Was aber bitteschön sind Tensicflöckchen? Sollte es sich hier um einen Rechtschreibfehler handeln? Y. Caldenberg jedenfalls las im Ad-hoc-Verfahren quasi aus dem Stegreif Tennissöckchen. Luboschs Aufzeichnungen bieten einige andere Alternativen: Lektron, Tensichagelkörnchen, (ö6z) Energieëntensic, diese brutzelt fröhlich, doch vor allem in einer noch prädobschen Version: (ö6w) der Energieën Arm. Hieraus dürfen wir wohl schließen, daß es sich bei den Tensicflöckchen um eine Art Exekutive handelt. Der Blick in ein Lexikon könnte uns hier eventuell der Sache noch näher bringen. Eine den Andromeda-Unterlagen beigefügte Starterliste der Trabrennbahn Mariendorf jedenfalls, es bleibt mir hier nicht erspart Luboschs nebenberufliche Tätigkeit als Buchmacher zur Sprache zu bringen, weist im zweiten Rennen mit der Startnummer vier einen Hengst mit dem bemerkenswerten Namen Lord Flocki aus.
Die Keimzelle der Andromeda Trilogie, DocANDRO1: das Universum ist wie ein kaputtes ... , manifestiert sich wohl in z15. Lubosch schwankt noch zwischen (ö7x) Tupolev mit w und Iljuschin, FURUNKEL alternieren Pickel. In einer frühen Brötchentütenaufzeichnung folgt auf z16 fünfmal der Buchstabe ö.

Zwei

Zwei Alternativen tun sich gleich zu Beginn vor, (ö1i) ANDROMEDA hier seltsamerweise zunächst (ö1x) Ursa Minor, doch (ö2i) TRIEBWERK logischerweise (ö2x) Aggregat. Höchste Aufmerksamkeit verdient jedenfalls ein handgeschriebener Kommentar Luboschs: Dobkollege Voormann sagt das schlimme Wort - Fickassoziation.
Bei der Eröffnung des Blickkontakts auf die ehedem (ö3x) porösen Konsölchen schwankt Lubosch zwischen (ö4x) weia und (ö4i) BACKE. Der Schwerpunkt liegt hier aber auf den Wörtern (ö5i) EH, alternierend (ö5x) E und mit Option auf z8, und (ö6i) NU. Sie sind mit rotem Filzstift umzirkelt und durch den Zusatz Weltruhm markiert. Daneben finden wir die Zeichnung eines giraffenartigen Wesens mit lediglich zwei Beinen.
Für z9f fertigt Lubosch folgende Wortmaterialliste an: F6-Getriebe, Stabilisierungsflosse, Retroraketen, Schubgerüst, Kühlleitung. Dazu handschriftlich: Helm aufsetzen aber BPM. z11 erhält erst in einer semiöffentlichen Abstimmung im Verlagsgebäude den Vorzug vor (ö7x) weil jetzt das Tensicflöckchen kommt und (ö7y) es macht zusch. Stimmberechtigte Anwesende waren: Buron, Fokken, Johne, Mindt, Steffen, Weis. Das Ergebnis lautete 4:2:0.
(ö8i) ACHNEE hätte auch (ö8x) doch schau, (ö8y) na guck mit Zusatzschnullis, (ö8z) ach was sein können. Der Reim auf gelb-orange-metallic-farbener Astrohelm, Randbemerkung Lackstift orange L. Volvo, bereitet Lubosch Schwierigkeiten. Nach wohl langen Zweifeln und etlichen konventionellen (eben) Versuchen findet er das grandiose Resthirnkaromel. Wir beachten auch den wohl auf Fremdeinwirkung zurückzuführenden Nebeneffekt beim baumeln. Lubosch merkt dazu an: xtra r.r. Brinzanik. (ö9i) QUASI LEER bedeutet wohl in etwa dasselbe wie das ältere (ö9x) ohne Inhalt.

Drei

Die Wahrheit gleich vorweg, es sind lediglich (ö1x) 667 kiloparsec von der Erde zur Andromeda. Luboschs etwas veraltetes Handbuch spricht gar nur von 440 kpc. Das Wölkchen wird hier als eine Spirale der Kategorie Sb klassifiziert, die sich einmal durch ihre spiralige Struktur, zum anderen durch starke Ansammlungen interstellarer Materie in der Systemebene auszeichnet. Das ganze abgeplattete linsenförmige System umgibt ein kugeliges Halo, bestehend aus Kugelsternhaufen und RR Lyrae-Veränderlichen (Luboschs Handbuch p179). Wir dürfen hier tatsächlich als Standort von Luboschs (ö2i) STÜBELEIN getrost unseren Heimatplaneten annehmen. Anfänglich spricht er noch vom (ö2x) Subsektor Z12, spezifiziert dann aber (ö2y) Aurich, Emden, Münkeboe ... das Land des eitlen Sonnenscheins. ANDRO3 z14.
Das früher verwendete (ö3x) Plaststuhl- anstatt (ö3i) PLASTIKSIKOMASTIK in der folgenden Reimgruppe deutet auf Gemeinsamkeiten in der Materialstruktur zwischen Astrohelm und Frachtgut hin.
Luboschs Aufzeichnungen zum nächsten Abschnitt bergen viel Lehrreiches für den noch ungeübten Dichter. An diesen vier Zeilen, laut einschlägiger Meinung die letzten, die Lubosch seinem Werk zufügte, läßt sich seine geradezu vorbildliche Vorgehensweise wie an keinem anderen Stück Text der Trilogie nachvollziehen. Lubosch beginnt in z12. Nach kurzen Schwankungen auf (ö4x) Chekov & Antonowitsch, legt er sich auf (ö4i) CHEKOVSIKOMAST ANDROMEDA fest. z12 wird mit der Zahl 9 gekennzeichnet. z9 bis 11, obwohl noch nicht ausgeführt, mit den Zahlen 9, 13, 13 in ebenselbiger Reihenfolge. Die Ausführung nimmt Lubosch nun vorrangig mittels zweier selbstangefertigter Materialmengen vor. Ich will sie hier einmal als Wort- und Reimmaterialmengen bezeichnen. Wortmaterial: Makkaroni A, güldene Lettern, Innenfutterwaschanweisung, Nackenrandbereich plus mit Wasser waschen, 313° Kelvin. Reimmaterial: Makkaroni A, Hallodri A, Arom VA, Wischiwaschi A, Fertigungskontrolle Florida. Trotz offensichtlicher Präferenz für die schönen (ö5x) Makkaroni A, müssen diese dem (ö5i) HELMCHENINNENFUTTERWASCHEMPFEHLUNGSSCHEMA ihren Tribut zollen. Die St. Jürgener Nasi-Goreng-Gourmette C. Steffen (aber nur Sonnen-Bassermann) jedenfalls merkt dazu sehr richtig an: Da werdens die Kinder beim Auswendiglernen aber schwer haben. Gemüse überstimmt schließlich in finaler Aktion den Terminus (ö6x) O verfluchte Inzucht. Wir beachten diesbezüglich auch die Ödd-Referenz.
Für den Schlußabschnitt finden wir in Luboschs Aufzeichnungen keine Präformen. Er wird in einer Roll-on-roll-off-Aktion entstanden sein.

Herr Knetemelk bat mich noch hinzuzufügen, daß sämtliche Originaldokumente der Andromeda Trilogie nach schriftlicher Erlaubnisanfrage im Verlagsgebäude eingesehen werden können.

 

Theo Lubosch
Die Andromeda Trilogie
101 Z 1.028
ISBN 978 3 9803911 1 5
2. Aufl. 1995
Paperback, 36 S., 10.00 EUR
home · zurück · order · order
kleiner Fisch

 

ANIKKÄNBRÖ & KNETEMELK
© 1999-2014 Beat Karotin jr.

 

101 102 103
104 105 106
107 108 109
dob
801 901
gvz
ega bel mbt
home ktk imp
p1 p2 p3 p4
p5 p6
p7 p8